Chamonix. Unakklimatisiert bei 30° im Schatten und irgendwie immer fünf Minuten zu spät… (Chamonix. Unakklimatisiert bei 30° im Schatten und irgendwie immer fünf Minuten zu spät…)

Industry Partners

Teaser-Banner-Bild mit Link auf www.austrialpin.at
Teaser-Banner-Bild mit Link auf www.salewa.at

Media Partners

Teaser-Banner-Bild mit Link auf https://www.alpenverein.at/jugend/mediathek/Publikationen/1_3D-Magazin.php
Mitglied werden
zur Anmeldung

Chamonix. Unakklimatisiert bei 30° im Schatten und irgendwie immer fünf Minuten zu spät…

Chamonixzoom
Chamonixzoom
Chamonixzoom
Chamonixzoom
Chamonixzoom

13.07.2015, von Jessica Müller

Von Innsbruck geht es volle Kraft voraus und so treffen wir am Samstag Nachmittag bei unserer Jugendherberge ein. Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen: Roman, Domi, Michi, Max, ich. Von unseren Mentoren Lisi und Christian. Bei Temperaturen von über 30°C wird uns schnell klar, dass der Ausflug leider nichts mit Eis zu tun haben wird. Naja, üben wir uns halt im Rissklettern.

Am ersten Tag geht es mit der Aiguille du Midi Bahn auf 3800m um dort an der Südwand zu klettern. Komplett unakklimatisiert habe ich selbst beim Absteigen zur Tour schon ganz schön zu schnaufen. Aber das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, wir sind die erste Seilschaft und können in die Contamine einsteigen. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber bis heute war mir echt nicht klar, wie anstrengend klettern eigentlich sein kann. Das läuft heute einfach nicht rund. Dann noch ein Sturz in einen Keil, der dummerweise nicht hält… Motivation, quo vadis? Irgendwie hab ich heute keinen Bock mehr. Ich lasse die letzte Seillänge, mit 7a die Schlüssellänge, die Max souverän durchsteigt, sausen und mache es mir auf einem kleinen Podest gemütlich. Beim Warten wird mir schwindlig, mir ist schlecht. „Wo bleiben die denn?!“ Nach dem Abseilen geht’s mir aber gleich wieder besser. Okeeeeey, nagut, vielleicht hat Max ja Recht und ich hab mich bisschen reingesteigert. Macht nichts, es kann ja nur besser werden :-)

Am zweiten Tag geht’s von der Mittelstation aus zum Einstieg des Aiguille du Peigne. Ich lasse Max, Michi und Lisi mal ihre 7a klettern und schließe mich der gemütlicheren Gruppe an. Auch heute bin ich nicht ganz fit und die Contamine fordert mich ganz schön. Aber bei einer so coolen Tour ist auch die Hitze und die Höhe egal – Motivation, schön dass du wieder da bist :-)

Damit unsere Eisgeräte doch noch zum Einsatz kommen, ist für Tag drei Drytoolen angesagt. Ein lustiger Anblick ist das: kurze Hosen, T-Shirt, Steigeisen, Sonnencreme und die Hu.gos in Händen. Und damit meine ich jetzt nicht das erfrischende Holunderblüten-Zitronenmelissen-Prosecco-Sommergetränk … Am Abend gibt’s ein kühles Bier und erste Diskussion über mögliche Ziele für unser Abschlussprojekt im nächsten Jahr.

Der nächste Tag bringt Windgeschwindigkeiten von über 80km/h. Vielleicht nicht die beste Idee auf fast 4000m rumzuspringen. Wir schauen uns mal die andere Seite von Chamonix an und fahren in das Massif des Aiguilles Rouges und siehe da: Hier gibt es keine Risse weit und breit, nur wunderschöne Wandkletterei. Da fällt die 6c+ gleich wieder viel leichter. So mag ich das. Der starke Wind macht Abseilen unmöglich und Absteigen mit Kletterschuhen ist wenig nett und eher schmerzhaft. Zum Glück haben wir Mama Lisi mit dabei. Sie spart uns die letzten Meter und bringt unsere Rucksäcke vorbei.

Heute geht es nochmal zum Rissklettern an der Südwand des Lachenal. Für Michi und Lisi nochmal ein genialer letzter Klettertag, da sie uns heute schon verlassen müssen und damit leider nicht am Highlight der Woche dabei sein können: Klettern am Grand Capucin. Dafür fahren wir, die Zelte im Rucksack mit der Midi-Bahn hoch und laufen rüber zur Mittelstation der Hellbronner-Bahn, wo wir es uns gemütlich machen. Leider wird ein kurzes Nickerchen von einer lärmenden Gruppe italienischer Schüler unsanft beendet. Egal, sonst hätten wir`s wahrscheinlich hoffnungslos verpennt. Wir starten los, erneut in Richtung Aiguille d'Entreves. Eine coole Gratüberschreitung und eine nette Nachmittagsbeschäftigung mit Blick auf den Grand Capucin, unser eigentliches Ziel für morgen. Die Größe der Randspalte lässt Zweifel an unserem Unternehmen aufkommen. Wir entscheiden uns als Alternative den Rochefortgrat zu gehen und wollen anschließend eine Route auf den Dent du Geant klettern. Dafür stiefeln Roman und Christian am Abend extra noch zum Rifugio Torino um ein Topo zu suchen. Ich bin mir nicht sicher, ob das nur ein Vorwand war um sich noch das ein oder andere Bier zu gönnen.

Aber es sollte alles ganz anders kommen. Um 4.32!!! starten wir. Wie Christian bemerkt ist das zwei Minuten später als geplant. Jetzt kann es aber „endlich“ losgehen. Naja nicht lange allerdings. Nach einer dreiviertel Stunde, ein Kommentar von Max: „I hob mein Hoim vergessen“. Oh, ich glaube Christian explodiert gleich. Naja hilft nichts, wir müssen alle zurück. Nun mit eineinhalb Stunden Verspätung ist klar, dass nur noch eine der beiden geplanten Touren möglich ist. Nachdem wir die letzten Tage viel geklettert sind, entscheiden wir uns für den Firngrat. Wir packen unsere Klettersachen wieder aus und legen eine extra Schlafeinheit ein. Halb 8 Uhr, ein neuer Versuch: Aber irgendwie wird’s nicht besser... Domi verliert alle paar Meter seine Steigeisen. Dass kann’s wohl nicht sein, auch der Rochefort wird knapp und unsere Klettersachen liegen schön unten im Zelt. Oh Mann, heute läuft echt alles schief. Die einzige sinnvolle Alternative ist nun der Normalweg auf den Dent du Geant, also mit dicken Hanfseilen zum Gipfel. Genervt davon wie der Tag bisher verlaufen ist, wollen Maxi und ich nur noch oben ankommen und geben die 130 Klettermeter richtig Gas. Am Gipfel ist alles vergessen. Warum Christian heut morgen echt angefressen war? „…bei jedem vereinbarten Treffpunkt fünf Minuten zu spät …“ Trotzdem war’s eine echt geniale Woche. Und unsere Uhren werden nächstes mal einfach fünf Minuten nach vorne gestellt… :-)

Touren die geklettert wurden:
1. Aiguille du midi
- Contamine 7a
- Rebuffat 6a+
- Cosmiquegrat 4
2. Aiguille du Peigne
- Contamine 6a
- Fermeture eclair Kombination 7a
3. Aiguilles Rouges
- Piano forte 6c+
- Manhattan 6a
4. Pointe Lachenal
- Contamin 6b
- Or Or 7a+
5. Aiguille d'Entreves Traverse 5a
6. Dent du Geant

10 Bilder

 
 
 
 
 
 

Junge Alpinisten wird unterstützt von ...

Salewa
AustriAlpin
 

Weitere Blog-Einträge

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Kurzfilm. Junge Alpinisten: Team 2014 -2016  

  Edle RäuscheZwei Jahre im Junge Alpinisten: TeamFreundschaften, Lernen, Trauer, Erlebnisse. Ein Kurzfilm von Franz Walter.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Eine Reise zur Pizzeria Komorova - Junge Alpinisten in Kirgistan 

  10.10.2016, Michael Zwölfer Es ist Sonntag, der 21. August 2016, kurz nach acht Uhr morgens. Der Flughafen ist noch verschlafen, genau wie wir. Mani, Max, Alex und ich, der Zwölfer Michi, belagern eine Ecke des Departure Terminals und sind wiedermal mit der Materialpacktlerei beschäftigt. Ja, die Riesen-Menge an Ausrüstung muss irgendwie nach Kirgistan.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Wer sagt hier Chaos? Materialpacktlerei für Kirgistan 

  Packlisten und Excelfiles sind nett. Mehr nicht. Kurz vor knapp treffen wir uns 3 Tage vor Abflug nach Kirgistan zum Packen. 3 Wochen, 6 Leute. Guter Dinge, dass alles bald erledigt ist, freuen wir uns auf's gemeinsame Kochen und den anstehenden Abend. Die letzten Materiallieferungen von Salewa und AustriAlpin sind schnell sortiert, möge die Materialschlacht beginnen!

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Piz Palü - Materialtest für Kirgistan 

  20.07.2016 Roman Weilguny Der Abflug nach Kirgistan rückt näher! Kirgistan? Ja, zum Abschluss der gemeinsamen 2 Jahre im Junge Alpinisten: Team gibt's Kletterei im Kokshaal-Too. Bester Kaiserschmarrn nix dagegen. :-)

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Südwandwächter am Glockner – nichts für dicke Alpinisten! 

  20.05.2016 Roman Weilguny „Wos? A neue Line am Glockner? Gibt’s nid!“ Oh doch! Gibt es! Die bekannten Kalser Bergführer Vitto Messini und Matthias Wurzer haben mit dem Gully zwischen Stüdlgrat und Südgrat eine wirklich schöne Linie entdeckt und im April 2016 erstbegangen.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Hakuna Matata - Wasserkopf Nordwand 

  16.05.2016 Jessica Müller, Michi Zwölfer Jessi und Michi genießen den besten Cappucino der Welt im benachbarten Südtirol und verbingen zwei Tag am Berg. Der ausführliche Tourenbericht des Wochenendes kann sich sehen lassen. Jessy notiert: "Geklettert sind wir die HakunaMatata und oben über die Kammerlander/Beikircher ausgestiegen".

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Update Alpinklettern_1 

  Frauenpower! Lisa und Viki waren mit Christian 4 Tage am Dachstein unterwegs. Auch das ist Junge Alpinisten. Mal auch nur in einer Seilschaft losziehen und: Klettern :-)

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Perlen vor die Säue, inklusive Steiger Prolo karre (SPK) - 28.12.2015 

  Jessica Müller, 29.Dezember 2015 Haben wir uns vor ein paar Tagen in der Nordwand des Zwölferkogels noch die Finger abgefroren, so wollen wir nun zum Ende des Jahres auch einmal die Sonnenseite des Lebens genießen. Unser Ziel ist diesmal die Südwand der kleinen Zinne.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Jessi und die Außerferner-Crew: Eine Eisschraube im Mondlicht... 

  Jessica Müller, 09.01.2016 Am 9. Januar treffe ich mich mit Michi, Mani und Dani – Jessi, allein unter Auserfernern – am Eingang des Pitztals. Heute steht ein Eisgully bei Plangeross, namens Gallyer, auf dem Programm, der anscheinend vor Kurzem erst Erstbegangen wurde.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

3 1/2 Junge Alpinisten in Amerika. Eine Reiseerzählung 

  Max Reiss, Michi Zwölfer 10.Oktober 2015 Am 18.08.2015 landet eine Maschine mit 2 1/2 Jungen Alpinisten, Mani Steiger, Maxi Reiss und Maxi Diem, am Los Angeles International Airport. Der Flughafen ist für unsere Orientierung eindeutig eine Nummer zu groß und mit knapper Not finden wir ihn doch: Den Zwölfer Michi, der mit einer Maschine aus Mittelamerika wenige Stunden vor uns in LAX gelandet war.

Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Schüsselkar - Wettersteinhütte 

  von Jessica Müller,  07.06.2015 Seit dem Lawinenunglück am 1. April in der Dauphine, bei dem drei unserer Freunde ihr Leben gelassen haben, ist das Wochenende im Schüsselkar die erste gemeinsame Unternehmung der jungen Alpinisten. Leider sind einige verhindert und so sind nur fünf von uns am Start: Max, Michi, Roman, Domi, ich; von den Bergführern Lisi Steurer, Alex Bluemel und Bernhard Hangl. Am Plan steht gemeinsames Klettern an Maxis Hauswänden und Besprechungen, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll. Denn dass es weitergehen soll, sind wir uns einig.

 

Start_Mein Weg mit jungen Alpinisten und Alpinistinnen 

  16 junge BergsteigerInnen. Ein Ziel: Edle Räusche "Die Berge halten edle Räusche bereit. Der Aufstieg in der Mondnacht, durch den Eisbruch, hinein in den ersten Morgenschimmer, über die Gletscherfelder, das ist ein Rausch. Und so ist es auch mit einer luftigen Gratkletterei in der Morgensonne....